Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Tod und Auferstehung“ besuchte Magdalene Weinmann, Vorsitzende der Hospiz- und Sitzwachengruppe Filderstadt, am Donnerstag, dem 26. Februar, den Katholischen Religionsunterricht der Neuntklässler. Sie erzählte von ihrer ganz besonderen Arbeit mit Sterbenden und von den aktuellen Plänen, ein Hospiz in der Nähe der Filderklinik zu errichten. Selten erlebt man eine Klasse so ruhig: kein Flüstern mit dem Freund oder der Freundin, kein Rascheln von Papier. Mucksmäuschenstill hörten alle zu und unterbrachen die Erzählungen von Frau Weinmann nur, um ihr Fragen zu stellen. Wie wichtig ihr Besuch und das Sprechen über das „Tabuthema Tod“ für junge Menschen sind, erkennt man an deren Äußerungen am Ende der Unterrichtstunde:
„Am meisten geprägt hat mich der Satz „Man kann sterben, ohne gelebt zu haben.“ Er hat mir wirklich klargemacht, wie wichtig es ist, seine Träume zu verfolgen und zu leben.“
„Durch den Besuch der Dame vom ambulanten Hospizdienst wurde mir gezeigt, dass das Sterben nicht schlimm ist, wie man denkt, und dass es sehr wichtig ist, darüber zu reden.“
„Nach dem Besuch der Frau vom Hospiz war ich einfach dankbar. Dankbar, weil es meiner Familie und mir gut geht und niemand mit so einem Leid umgehen muss. Etwas, was auch oft vergessen wird, gerade wenn man gesund ist und im Wohlstand leben darf, ist das Glücklichsein über kleine Dinge. Nach diesem Vortrag ist mir bewusst geworden, dass manche Dinge nicht so wichtig sind, wie sie einem manchmal vorkommen…. Lebe dein Leben!“
„Am Anfang wusste ich gar nicht genau, was mich erwartet, aber am Ende war ich beeindruckt, wie viel Mut und Stärke man für diesen Beruf braucht. Ich habe gemerkt und verstanden, dass der Tod nichts Schlimmes ist, man soll sein Leben leben und seine Träume verfolgen.“
„Ich fand es sehr schön und erfrischend, wie sie so positiv über ihre Erfahrungen gesprochen hat. Damit hat sie uns ein bisschen aufgelockert und die Angst genommen.“
„Ich habe gesehen, wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen und ihnen Trost zu spenden.“
„Es war besonders, so etwas zu hören. Am wichtigsten war ihre Mitteilung „Genieße das Leben!“ Sie hat uns die Angst mit ihren Worten genommen.“
„Ich habe gelernt, dass man sich lieber zu früh als zu spät vor dem Tod Hilfe holen sollte, denn es ist besser, wenn man früher darüber informiert wird und damit klarkommen kann.“
„Ich fand es schön, wie sie gesagt hat: „Lebt eure Träume, macht, was euch wichtig ist!“ Dieser Satz bleibt in meinem Gedächtnis, denn wir haben vielleicht nicht so viel Zeit zu leben, wie wir denken.“
„Ich fand es sehr toll, dass sie so offen erzählt und alle Fragen beantwortet hat. Um friedlich zu sterben, muss man sein Leben gelebt haben.“
„Es ist wichtig zu leben und nicht nur zu überleben. Wichtig ist es den eigenen Sinn im Leben zu finden, um die Frage, wozu man lebt, zu beantworten. Diese Frage kann man nur selber beantworten.“
„Tod ist nicht das Ende des Lebens, sondern der Beginn eines neuen Lebens. Über das Ende reden ist der Beginn vom Anfang.“
„Die heutige Relistunde war für mich eine sehr eindrucksvolle Zeit….Das war sehr beeindruckend und besonders die Geschichten, die die Frau uns erzählt hat, haben mich zu vielen Gedanken angeregt. Wie schnell das Ende doch kommen kann und die unterschiedlichen Menschen unterschiedlich reagieren! Ich habe großen Respekt vor diesen Menschen, die den Hospizdienst betreiben….Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass der Tod nichts ist, vor dem man sich fürchten muss. Er gehört zum Leben dazu und mit Akzeptanz kommt man hierbei am weitesten.“
„Ich finde es schön, dass es Menschen gibt, die für die Sterbenden da sind und ihnen zuhören. Heutzutage wird fast nicht über den Tod geredet und ich finde es schön, dass wir diese Möglichkeit hatten.“
Particia Aberle